Der Ostersonntag in der Immanuel-Gemeinde am 5. April 2026 begann in der Dunkelheit des frühen Morgens mit dem traditionellen Osterfeuer vor der Kirche ab 5 Uhr, begleitet von Vogelzwitschern.
Um 6 Uhr wurde die neue Osterkerze mit dem Liedruf „Christus, Licht der Welt“ in die dunkle Kirche getragen, die zunächst nur vom Schein der angezündeten Kerzen erhellt war, bis im Lauf der feierlichen Ostermette das anbrechende Tageslicht hinzukam.
Auf die gesungene Oster-Liturgie folgte das Abendmahl und die Ostermette endete wie gewohnt mit dem Lied „Der schöne Ostertag“ (EG 117).
Nach der Ostermette kamen die anwesenden Gemeindemitglieder im Adelheidsaal zum Osterfrühstück zusammen.
Um 11 Uhr begann dann der österliche Kantatengottesdienst mit dem 2. Teil von Johann Sebastian Bachs „Ich hatte viel Bekümmernis“ (BWV 21 / Teil 2).
Die Festpredigt hielt Pfarrerin Katherina Stoodt-Neuschäfer.
Musikalisch wirkten mit: Carmenio Ferrulli (Orgel), die Gesangssolisten Rahel Sapper Maas (Sopran), Christian Dietz (Tenor) und Sebastian Kitzinger (Bass), das Königsteiner Vokalensemble und Kantatenorchester und Dirigent Michael Muche.
Zum zweiten Teil der Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“:
Zwischen der bekümmerten
Seele (Sopran) und Jesus (Bass) entwickelt
sich ein Dialog, der in eine
ruhigere, getröstete Stimmung mündet.
Die Seele erfährt, was wir heute
im vielschichtigen Prozess der Trauer
als „Akzeptanz“ beschreiben: Ein
Einverständnis mit der Erfahrung von
Verlust und Schmerz, das den Weg
zu neuer Lebensperspektive öffnet.
Schließlich kann die vom Kummer
befreite Seele schwungvoll-jubelnd
aufatmen.
Der Schlusschor bekräftigt mit
Worten aus der Offenbarung des
Johannes den Sieg Jesu über den Tod.
Ein gewaltiger Lobpreis Gottes, den
Bach als vierstimmige Fuge gestaltet,
der die Trompeten triumphale
Glanzlichter aufsetzen, beschließt
das Werk.
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