Die Nachricht aus Bad Homburg kam unerwartet: Sie gehören zu einem der drei Preisträger des diesjährigen Klimaschutzpreises! Dieser Preis wird jetzt zum zweiten Mal vergeben. Mit einer Auszeichnung für den Konfiwald hatten wir nicht gerechnet – umso größer die Vorfreude und gespannter die Frage: Welchen Preis bekommen wir?
Ausgerechnet das Wetter machte der Preisverleihung am Schneechaos-Montag, 27. November fast einen Strich durch die Rechnung. Wegen des unerwartet heftigen Wintereinbruchs konnte nur eine einzige Konfirmandin der Jahrgänge 2021 – 2024 teilnehmen: Lucy Zhang, die sich glücklicherweise schon nachmittags in der Kreisstadt aufgehalten hatte. Kirchenvorsteherin Carolin Pfaff und Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer kämpften sich auf abenteuerlichen Wegen durch die Schneemassen.
Von den insgesamt 19 Projekten wurden 5 ausgezeichnet: Zwei Sonderpreise wurden für das persönliche Engagement einzelner Personen verliehen. Hauptpreis 3 wurde vergeben für Idee eines Podcasts, der sich an Menschen in der Immobilienbranche richtet und Klimaschutz erklärt; den zweiten Hauptpreis erhielt das großartige und viele Bereiche umfassende Waldschutzprojekt „Waldliebe“ in Neu-Anspach, von dem die Königsteiner Konfirmanden viel lernen können. Mit dem 1. Preis Wurde das Königsteiner „Konfiwald“-Projekt ausgezeichnet, das seit 2020 besteht. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 5000,00€ dotiert.
Begonnen hatte alles mit einem Gespräch zwischen und die Försterin Carolin Pfaff, die jetzt für das Kronberger Revier zuständig ist und damals noch für den Naturpark Taunus tätig war und Pfarrerin Stoodt-Neuschäfer. Angesichts des Waldsterbens rund um Königstein kam Caro Pfaff auf die Idee eines Aufforstungsprojekts. „Das ist etwas für die Konfis“, antwortete Pfarrerin Stoodt-Neuschäfer: Das Projekt Konfiwald war geboren. “HessenForst” wies der Kirchengemeinde ein Waldstück am Rübezahlweg oberhalb von Falkensteiner zu, das nach der Abholzung borkenkäferbefallener Fichten nun wieder aufgeforstet werden sollte. Die Lage am steilen, steinigen und trockenen südlichen Berghang von Falkenstein macht die Arbeit dort zur echten Herausforderung. Aber die Konfis gingen unverdrossen ans Werk – im Herbst 2020 startete die erste Bepflanzungsaktion. Mittlerweile sind etwa 100 Jugendliche aus vier Konfijahrgängen dort zum Einsatz gekommen, vom ersten Tag an unterstützt durch Carolin Pfaff und Küster Gerhard Orzechowski . Immer wieder waren auch tatkräftige Eltern mit von der Partie.
Zunächst wurden in der Nähe bereits gekeimte Eicheln gesammelt, die zwar langsam wachsen, dadurch aber besonders wertvoll für den Waldbestand werden. Sie zählen im Gegensatz zu den Fichten, die relativ schnell Holz “produzieren”, zu den tiefwurzelnden Bäumen, die Wind und Wetter besser überstehen. Somit wird hier Laubwald entstehen, an dessen großen Bäumen sich aber vermutlich erst Kinder und Enkel unserer heutigen Konfirmanden richtig erfreuen können werden. Wenn das nicht nachhaltig ist! Und dennoch sagte ein Förster beim allerersten Einsatz: “Wenn ihr 1.000 Setzlinge schafft und 50 Bäume schaffen es, seid ihr gut!”
2021 gruben die Konfis „Wildlinge“ (Mini-Eichen von ca. 20 cm Höhe), in unmittelbarer Nähe des Konfiwaldes aus und versetzten sie in den Aufforstungsbereich. Außerdem bekamen alle Setzlinge “Wuchshüllen”, deren Einsatz durch eine Spendenaktion möglich wurde. Auf Rat von Carolin Pfaff wurden auch mit Eicheln gefüllte Bretter im Waldstück angebracht, um damit Eichhörnchen und Eichelhäher zur Mitarbeit zu bewegen. Dennoch mussten 2022 weitere 1.200 Setzlinge von HessenForst gekauft und eingepflanzt werden– unglaublich, wie tief die Pflanzlöcher sein müssen, damit die Wurzeln nicht abgeknickt werden!
Im Jahr 2023 schließlich gingen die Konfis wieder zur “Wildling-Pflanzung” über – die Pflänzchen sind kostenlos, an die Umgebung angepasst und man kann man sich die am besten gewachsenen aussuchen. Ein besonders schöner Nebeneffekt der Arbeit, die von einem Jahrgang Konfis auf den nächsten übergeht, ist dabei der Zuwachs und Transfer an Fachwissen – und natürlich das Gemeinschaftserlebnis., das besonders in der Coronazeit wichtig war: Der Konfirmandenunterricht fand im Freien statt!
Von den bisher rund 2.000 eingepflanzten Eichen sind immerhin etwa 250 durchgekommen, also mehr, als der Förster zu Anfang prophezeit hatte. Aber sie sind alle noch keine großen Bäume, und ihre verdorrten Gefährten müssen ersetzt werden; es bleibt also genug Arbeit für die nächsten Generationen übrig. Klimaschutz vor der Haustür ist also möglich und macht Spaß. Und zur Goldenen Konfirmation steht dann hoffentlich in Falkenstein ein stattlicher „Konfiwald“!



