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2. UKRAINE-MAHNWACHE AM 5. MÄRZ 2022 IN KÖNIGSTEIN

Über 200 Menschen kamen zur 2. Königsteiner Mahnwache für Frieden in der Ukraine



Ukrainische Vertriebene und ukrainische Königsteinerinnen bei der 2. Mahnwache am 5. März 2022



Pfarrerin Stoodt-Neuschäfer begrüßt die große Zahl der Teilnehmenden

 

 

Christian Schönwiesner spricht für die Ukrainehilfe Königstein und dankt für die bisherigen Spenden und Aktivitäten zugunsten der Ukrainehilfe. Er ruft zur Unterstützung der Vertriebenen auf.

 



Neben Bürgermeister Helm: ukrainische Neubürgerinnen

 

 

Dr. Alexandra Budnitski informiert:
Wohnraum und Kleiderspenden können über die E-Mail-Adresse ukrainehilfe@koenigstein.de angemeldet werden.
Im i-Punkt (Hauptstraße 26) wird mittwochs am Vormittag ein Café der Ukrainehilfe geöffnet sein. Der Ev. Kindergarten kann einen Raum für ukrainische Kinder im Kindergartenalter bereitstellen.

 

 

Stella Schönwiesner, geboren in Cherson / Ukraine, berichtet über die verzweifelte Lage der Zivilbevölkerung.

 

 

Friedenssymbole dokumentieren den Wunsch der Teilnehmer nach einem sofortigen Ende der Gewalt in der Ukraine und der Rückkehr zu einem Leben in Sicherheit und Demokratie für die Menschen in der Ukraine.

 

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Innerhalb weniger Tage hat die ehrenamtlich geführte Ukrainehilfe ihre Arbeit aufgenommen. Sie wird geleitet von Dr. Alexandra Budnitski, Peter Kuipers, Stella und Christian Schönwiesner und Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer.

Die Ukrainehilfe Königstein bittet um Geldspenden zur Unterstützung der Vertriebenen, die in Königstein ankommen werden. Sie koordiniert Wohnungssuchende und hiesige Gastgeber, die Wohnraum anbieten.
Gemeinsam mit einer großen Gruppe von russischsprachigen Königsteinerinnen wird sie den Ankömmlingen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dazu steht der i-Punkt in der Hauptstrasse 26 am Mittwochvormittag zur Verfügung (10-12 Uhr). Ein Treff für Kindergartenkinder kann im Ev. Kindergarten eingerichtet werden.

Inzwischen gehen viele Angebote zur Unterstützung ihrer Arbeit bei der Ukrainehilfe ein. Doch wird ein langer Atem gebraucht werden!

Das Konto der Ukrainehilfe wird von der Ev. Immanuel-Gemeinde verwaltet. Sie stellt zügig steuerabzugsfähige Quittungen aus. Geldspenden werden erbeten auf das Konto: Ukrainehilfe IBAN DE 20 5019 0000 6800 2178 47

Die Anmeldung von Kleiderspenden und Wohnraum erfolgt über ukrainehilfe@koenigstein.de

 

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1. MAHNWACHE FÜR DEN FRIEDEN IN DER UKRAINE
AM 26. FEBRUAR 2022 IN KÖNIGSTEIN

Ansprache von Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer

 

Dank an alle für ihr Kommen.

Die Mahnwache für den Frieden in der Ukraine und die Menschen dort ist erfolgt, weil das Gefühl der Ohnmacht, das um sich greift, uns nicht bestimmen soll. Das wäre ein Sieg des Terrors, den der russische Despot Putin jetzt verbreitet. Mit dem Krieg gegen die Ukraine will er die Macht vergrößern, die ihm in seinem wahnhaften Weltbild angeblich zusteht. Es ist eine Macht, die sich nicht nur gegen die armen Menschen in der Ukraine richtet. Sein eigenes Volk wird per Staatsfernsehen für dumm verkauft und durch Polizeigewalt und Geheimdienst zur Friedhofsruhe verurteilt.
Auf seiner Rechnung hat das Regime Putin aber auch uns. Sein Kalkül zielt darauf, dass wir schockiert und in Angst und dem Gefühl tiefer Machtlosigkeit erstarren.

Indem wir uns hier versammeln, zeigen wir uns selbst und uns gegenseitig, dass die Macht dieses menschenfeindlichen Regimes, dass nur primitive Gewalt kennt, nicht bis zu uns reicht und uns nicht kleinmachen kann. Wir demonstrieren mit unserer Anwesenheit, dass wir für die Grundwerte unserer Demokratie eintreten, für stabilen und gerechten Frieden, für Ausgleich und Verständigung, für Vertragstreue und Vertrauen in den internationalen Beziehungen, für Völkerverständigung und Toleranz eintreten, und zwar selbstbewußt und wach. Das schließt auch Selbstkritik ein.

Dabei denke ich an die Themen, mit denen wir uns bis vor einer Woche vor allem beschäftigt haben. Diese sind - wie zB Corona - auch weiter wichtig, aber jetzt relativiert sich doch plötzlich einiges. Unsere ohnehin gefährdete Welt gerät in noch größere Gefahr, wenn wir uns verzetteln und zerstreiten. Ich plädiere nicht für einen Zwangs-Zusammenhalt, aber doch dafür, dass wir die wahren riesengroßen Probleme: Frieden, wachsende Armut weltweit, Klimawandel und Migration ernster nehmen als bisher. Wahrscheinlich müssen wir uns auch selbst ermahnen zu einer ganz anderen Opferbereitschaft, zu einem Teilenkönnen, zu dem wir als reiches Land in der Lage sind.

Vor 7 Jahren auf dem Höhepunkt der Zuwanderung von Kriegsflüchtlingen hat auch hier in Königstein die Zivilgesellschaft unserer kleinen Stadt großes Engagement gezeigt; sie tut das bis heute.
Mein Kollege Pfarrer Dr. Achim Reis aus Bad Soden war in den 90er Jahren der erste Pfarrer der Ev. Katharinen-Gemeinde in Kiew nach dem Ende der Sowjetunion. Er bittet im Namen seiner alten Kiewer Gemeinde um unsere Solidarität.

Das führt uns zum tiefsten Grund unseres Zusammenstehens: wir denken an die unschuldigen Zivilisten in der Ukraine, Menschen die jetzt in schrecklicher Angst und Bedrohung leben, deren Häuser und deren Zukunft zerstört wird, die flüchten müssen.
An Kinder, die traumatisiert werden. Mütter, die sich von Söhnen, Ehefrauen, die sich von ihren Männern trennen müssen, weil Söhne und Väter sich der russischen Invasion entgegenstellen. Wir denken an die Menschen, zu verwundet worden sind oder durch diesen verbrecherischen und räuberischen Krieg bereits ums Leben gekommen sind oder noch sterben werden.

Wir fühlen mit ihnen.

Ebenso denken wir an die vielen mutigen Menschen in Russland, die gegen den Krieg demonstrieren. An diejenigen, die festgenommen, eingesperrt, misshandelt und eingeschüchtert werden. Ihnen gilt unsere Hochachtung.

Sie zeigen uns, dass es eine starke über alle Grenzen hinweg reichende Solidarität für den Frieden und für ein friedliches Zusammenleben der Völker gibt. Und den Willen, an der Wahrheit festzuhalten. Wir haben uns daran gewöhnt, Lügen als Fake News zu belächeln. Aber Wahrheit ist Wahrheit und die Lüge muß eine Lüge genannt werden. Das zeigen uns die mutigen Demonstrationen in Russland.

Jede Möglichkeit der Hilfe für die Menschen in der Ukraine werden wir nutzen. Gott bitten wir um Friedensfähigkeit für uns alle, um den Mut zum guten Kompromiss, aber auch um Klarheit in diesem Konflikt.

Bleiben Sie mutig und behütet!

 



Viele Bilder und Informationen zu wichtigen Ereignissen der Immanuel-Gemeinde gibt es im umfangreichen Archiv