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Kantatengottesdienst zum Totensonntag, 22. November 2020

Johann Sebastian Bachs Kantate "Ich steh mit einem Fuß im Grabe“ (BWV 156) wurde aufgeführt von

Johanna Greulich, Sopran - Elisabeth Auerbach, Alt - Christian Dietz, Tenor - Sebastian Kitzinger, Bass,
begleitet von Streichorchester und Oboe.
Die musikalische Leitung hatte Michael Muche, es predigte Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer.


Den Gottesdienst können Sie hier bei YouTube sehen.


 

Kantatengottesdienst am Sonntag, 18. Oktober 2020

Nach einer längeren, durch die Corona-Pandemie bedingten Pause, fand wieder ein Kantatengottesdienst in der Immanuelkirche statt.

Zu hören waren Georg Philipp Telemanns Kantaten "Ew'ge Quelle, milder Strom" (1726) und "Nach Finsternis und Todesschatten" (1731).

Die Kantaten entstanden in Hamburg, der wichtigsten Lebensstation Telemanns. Dort wirkte der Komponist ab 1721 an den fünf großen evangelisch-lutherischen Stadtkirchen, für die er wöchentlich zwei Kantaten und eine Passion im Jahr schuf.


Keith Bernard Stonum (Tenor)


Beim Königsteiner Kantatengottesdienst sang Keith Bernard Stonum, begleitet von Instrumentalsolisten und Continuo.
Die musikalische Leitung hatte Michael Muche.

 


 


Liebe Leserinnen und Leser,

gegen Ende der Herbstferien begannen die Vorbereitungen des Weihnachtsfestes. In diesem Jahr eine besondere Aufgabe! Die Corona-Regeln lassen sich mit vollen Gottesdiensten schlecht vereinbaren - aber Weihnachten muss und wird gefeiert werden! Und zwar mit Krippenspiel samt „Königen“!

Nachdem einer der „Könige" im Ulmer Münster unter Rassismusverdacht geraten und mitsamt seinen royalen Kollegen nicht mehr im Münster gezeigt werden soll, bedarf es einer Klarstellung.
Die „drei Könige“ tauchen in der biblischen Weihnachtsgeschichte nicht auf. Nur ein König, nämlich der von den Römern eingesetzte König Herodes: der will das Jesuskind töten lassen, weil er in ihm einen künftigen Konkurrenten wittert. Gottes Eingreifen verhindert diesen Anschlag, nicht aber den berüchtigten Kindermord in Bethlehem, der an anderen unschuldigen Säuglingen und Kleinkindern exekutiert wird. Das ist die schreckliche Kehrseite der Weihnachtsgeschichte, die von Anfang an damit rechnet, dass Jesus, der menschgewordene Gott, in dieser Welt nicht sicher ist.

Wie kommen aber dann die „drei Könige“ ins Krippenspiel?
Sie entstammen dem Matthäusevangelium, das jedoch von drei Sterndeutern berichtet, die im Orient aufbrechen, um dem neuen Stern zu folgen. Diese Astrologen deuten den Stern als Zeichen für die Geburt eines neuen Königs, dem sie huldigen wollen. Aus der Dreizahl ihrer Geschenke (Gold, Weihrauch und Myrrhe) hat die Volksfrömmigkeit abgeleitet, es müsse sich um drei Sterndeuter gehandelt haben. Außerdem zog man einen Psalmvers (Psalm 72,10) heran, der in alttestamentlicher Zeit zur Krönungsliturgie gehörte und in dem von Königen die Rede ist, die einem Friedenskönig Geschenke bringen. Verstand man in frühchristlicher Zeit Jesus als diesen Friedenskönig, dann konnten die Sterndeuter leicht zu Königen umgedeutet werden; eine wunderschöne Verheißung aus dem Prophetenbuch Jesaja unterstützte diese Sichtweise: „Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanze, der über dir aufgeht“ (Jesaja 60,3).

In der christlichen Kunst wurden die Sterndeuter zunächst in persischem bunten Gewändern und hohen phrygischen Mützen dargestellt. Erst um das Jahr 1000 herum tauschten sie in der westlichen und byzantinischen Buchmalerei ihre Kleidung und wurden zu Königen mit Kronen und Königsmänteln. Nun erhielten sie auch ihre Namen Kaspar, Melchior und Balthasar. Im frühen Mittelalter verstand man sie dann als Vertreter der drei Lebensalter und ordnete ihnen jeweils Jugend, mittleres und höheres Alter zu. Schließlich kam man in Spanien im 12. Jahrhundert auf die Idee, die drei Lebensalter mit den drei damals bekannten Weltteilen Europa, Asien und Afrika zu kombinieren: Seitdem gibt es einen schwarzen König an der Krippe des Jesuskindes. Er symbolisiert mit den beiden anderen Königen und den einfachen Hirten, dass die alttestamentliche Friedens-Verheißung erfüllt ist und „alle Welt“ in Jesus den wahren Gott erkennt, beschenkt und anbetet. Ein Bild umfassender Integration ist also gemeint: sie geht von dem Kind in der Krippe aus, das alle, hohe und niedrige, einfache und komplizierte Menschen in den Bann seiner Liebe zieht.

Darum kann auf die König bzw. Sterndeuter nicht verzichtet werden! Gespielt von Kindern, übrigens oft auch von Mädchen, bringen sie eine Botschaft, die unsere Welt braucht: „Du kleines Kindlein, großer Gott, das die Welt in Händen hat: Was soll der Erden Macht und Ruhm, Kindlein, vor deinem Königtum! Wir preisen dich und beugen das Knie!“

Bleiben Sie gesund und behütet!
Ihre Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer und Pfarrer Dr. Bernhard Neuschäfer

 


 

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Zahlreiche Betrachtungen und Gedanken (auch in Coronavirus-Zeiten) finden Sie unter Andacht/Predigt!